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WM Ausflug nach Göppingen

Vom 7. bis 9. November 2025 fanden in Göppingen die 87. Weltmeisterschaften im Kunstradfahren und Radball statt. 24 Nationen hatten hierzu gemeldet, um in 7 Disziplinen ihre Weltmeister zu küren.

Nachdem im Februar erst der Austragungsort feststand, entschlossen sich Harald u. Ulrike Jung, Manfred u. Helga Kloske sowie Norbert u. Marion Magel spontan an der Veranstaltung als Zuschauer teilzunehmen. Das Hotel war schnell gefunden, und war zugleich auch das Team-Hotel der deutschen Mannschaft. Im Hotel selber war der Kontakt zu den Sportlern schnell hergestellt.

Tag 1:

Am Freitag  fanden die ersten Vorkämpfe im Kunstradfahren sowie in der Challenger League im Radball statt. Nach einer beeindruckenden Eröffnungszeremonie, traten als erstes die Radball-Frauen der Elite League in Aktion. 4 Nationen (Deutschland, Japan, Schweiz und Tschechien) hatten gemeldet. Im ersten Spiel trat der Titelverteidiger aus Deutschland gegen Japan an und siegte souverän mit 3 : 1.  Im zweiten Spiel besiegte die Schweiz Tschechien mit 5 : 0.  

Höhepunkt des ersten Tages war die Entscheidung im 4er Kunstradfahren der Frauen. Hier siegte der Titelverteidiger aus der Schweiz hauchdünn vor den Sportlerinnen aus Mainz-Ebersheim, Hongkong und Frankreich.

Dann wurde es nochmal laut in der Halle, als im Radball der Elite League Österreich und die Schweiz aufeinander trafen.  In einem kampfbetonten Spiel siegten die Schweizer überraschend mit 7 : 6. Es gab noch eine Steigerung als im letzten Spiel des Abends der Titelverteidiger aus Deutschland, Bernd Mlady und Raphael Kopp, die Fläche betraten. 4000 Zuschauer, in der ausverkauften EWS-Arena (Hölle Süd) , liesen erstmals die Halle beben. Nach anfänglichen Problemen siegten sie mit 6 : 1 gegen Frankreich.

Tag 2:

Am Samstag sollten 2 WM-Titel im 2er Kunstradfahren der offenen Klasse, sowie im 1er Kunstradfahren der Männer vergeben werden. Im Radball der Männer Challenger Liga wurden die Letzten Gruppenspiele durchgeführt. Hier siegte Belgien und qualifizierte sich für das Relegationsspiel zur Elite Liga. Auf den Plätzen folgten Armenien, Hong-Kong, Malaysia und Großbritannien. Auch die Frauen Elite Liga beendete ihre Vorrunde, Die deutsche Mannschaft holte 2 Siege gegen Tschechien ( 5:1) und gegen die Schweiz(3:0), belegte damit souverän den ersten Platz und stand somit bereits im Endspiel um den Titel.

Im Radball der Männer Elite Liga siegte Deutschland gegen Ungarn mit 14:0 und auch Japan wurde mit 9:1 niedergekämpft. Somit standen Mlady/Kopp als Gruppensieger mit 29:2 Toren und 9 Punkten fest. In der anderen Gruppe wurde die Schweiz mit 9 Punkten Gruppensieger vor Österreich mit 6 Punkten. Für das Final 4 waren damit Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich qualifiziert.

Im 2eer Kunstradfahren der offenen Klasse siegten die Titelverteidiger Rödiger/Styber aus Langenselbold vor dem zweiten Team aus Deutschland Kreuzmann/Stapf vor der Vertretung aus Hong-Kong.

Höhepunkt des Abends dann die Entscheidung im 1er Kunst der Männer. Alle 4 hatten ihr Programm mit höchsten Schwierigkeiten gespickt. Sieger wurde Philipp Rapp vor seinem Mannschaftskollegen Linus Weber und Csaba Varga (Ungarn).

Zum Abschluss des Abends noch einmal Radball Final 4. Die Österreicher Schnetzer/Feuerstein siegten gegen Frankreich mit 6:0, Deutschland hatte die Schweiz als Gegner und gewinnt mit 4:1. Somit war für Spannung am Schlußtag gesorgt.

Tag 3:

Am Sonntag dann der große Tag der Entscheidungen. 4 WM-Titel waren noch zu vergeben, dazu noch das Relegationsspiel im Radball der Männer. Hier traf Belgien auf Slowenien und siegte mit 3:2 Toren und sicherte sich so den Aufstieg in die Radball Elite League. Bei den Radball-Frauen spielte die Schweiz gegen Japan um den Einzug in das Finale, gewann 4:2 und trifft nun auf Deutschland.

Auch im Final 4 der Männer Elite Liga standen noch Spiele auf dem Programm: Deutschland gegen Frankreich endete 5:1, die Schweiz siegte überraschend über Österreich mit 2:1, sowie gegen Frankreich mit 5:3. Im letzten Spiel dann Deutschland gegen Österreich, das mit einem 5:1 Sieg für Mlady/Kopp abschloss. Auf Grund der Ergebnisse ergab sich folgende Situation: Deutschland mit 14:3 Toren und 9 Punkten sicher im Endspiel, auf den folgenden Plätzen Schweiz, Österreich und viertplatzierter Frankreich. Die Schweiz und Österreich mussten noch ein Halbfinale um den Einzug in das Endspiel machen. Nach 2 Niederlagen siegten die Österreicher nun  7:4, und trafen zum drittenmal hintereinander auf Deutschland in einem WM-Endspiel.

Im Einer-Kunstradfahren der Frauen wurden die letzten Qualifikationen ausgefahren, bevor es in die Endrunde ging. Es siegte Jana Pfann (Deutschland) vor Alessa Hotz (Schweiz) und Lorena Schneider (Österreich). Danach das 2er Kunstradfahren der Frauen, hier gab es einen Doppelerfolg für das Team von „German Cycling“. Mit Kirst/Bärk siegten die Titelverteidiger vor Schlüter/Jodeleit und dem Paar aus Hong-Kong.

Mittlerweile war die Spannung, in der mit über 4000 Zuschauern gefüllten EWS-Arena nicht mehr zu überbieten. Als erstes traten im Endspiel der Frauen Danielle Holzer und Judith Wolf gegen die Schweiz an, um den im Vorjahr errungenen Titel zu verteidigen. In einem überlegt geführten Spiel siegten sie am Ende mit 6:1, und durften bei der Siegerehrung erneut das Regenbogen-Trikot überstreifen. Die Begeisterung kannte keine Grenzen, wobei der absolute Höhepunkt noch Folgen sollte. Mlady/Kopp trafen auf ihre alten Rivalen Schnetzer/Feuerstein, beide kennen sich aus vielen Duellen in der Vergangenheit. Zur Halbzeit stand es 1:1, beide Teams spielten auf Sicherheit und vermieden Fehlpässe. Aber in der 2. Halbzeit gingen die Titelverteidiger schnell mit 4:1 in Führung und zogen den Österreicher den Stecker, die nun völlig von der Rolle waren. 6:2 hieß es am Ende, und die vielen Fans aus Obernfeld und Stein stürmten die Spielfläche um ihre Spieler zu feiern. Für Bernd Mlady und Raphael Kopp war es die letzte Weltmeisterschaft, sie beenden zum Ende der Saison ihre erfolgreiche Karriere.

Die anschließenden Siegerehrungen im Kunstradfahren und Radball waren voller Emotionen, die National-Hymne wurde mit Inbrunst gesungen, bevor dann die siegreichen Sportler auf den Schultern ihrer Sportkollegen durch die Halle getragen wurden.

 

Bei der „Closing Ceremony“ kamen alle Titelträger in ihrem Regenbogentrikot und Medaillen auf die Fläche und boten ein imposantes Bild bei der Übergabe der UCI-Fahne an den nächsten Ausrichter. Die englische Stadt Derby wird im kommenden Jahr die Hallenradsportler zu den

  1. UCI Indoor Cycling World Championschips

empfangen.

Die beiden Organisatoren dieser WM, Kasra Malek (EWS-Arena) und Jens Zimmermann (8action) erklärten in einem Interview:

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der WM. Es ist alles aufgegangen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir konnten beide Sportarten in ihrer vollen Schönheit und Power präsentieren. Der Hallenradsport hat diese große Bühne verdient. Wir hoffen sehr, dass wir auch künftige Veranstalter damit inspirieren können. Rund 12 000 Zuschauer an den drei Tagen, die den Begriff „Hölle Süd“ neu definierten. Es wurden neue Maßstäbe in Licht und Lasertechnik gesetzt, und der Hallenboden war perfekt“.

Ebenso war die Werbung zu dieser WM in allen sozialen Medien und bei Großveranstaltungen perfekt umgesetzt. Die beiden Organisatoren haben es verstanden, das Fernsehen (SWR) am Samstag und Sonntag für jeweils einen mehrstündigen Livestream zu gewinnen. Die Übertragungen sind auch in der Mediathek SWR Sport weiterhin abrufbar.

Nach dem wir bereits mehrere Weltmeisterschaften im In- und Ausland besucht haben, dürfte diese Veranstaltung in Göppingen uns Allen lange in bester Erinnerung bleiben.