Happy End für Koop bei WM in Italien

Aller guten Dinge sind drei. Das hatte sich Alexander Koop für die Cyclocross-Weltmeisterschaft im italienischen Varese vorgenommen. Denn es war dieser Tage sein dritter WMEinsatz nach 2023 und 2024 jeweils in Hamburg. Bei seinem WM-Debüt 2023 fegte den Mediziner ein Crash im Getümmel des noch dichtgedrängten Teilnehmerfeldes während der ersten Runde vom Rad, „danach konnte ich vor Schmerzen kaum noch laufen“. Irgendwie hatte er es noch aufs Rad geschafft und die Runden zu Ende gedreht – Platz 90. Zwölf Monate später wurde der Mastersfahrer (Cycle.Invest Delta Bike Crossteam) als 36. im Ziel abgewunken. In diesem Jahr verbesserte sich Koop trotz Sturzes in der ersten Runde immerhin auf Rang 28.

Nun also die WM in Varese, auf einem völlig neuen Geläuf. Die Welttitelkämpfe der  Cyclocrosser wurde vom Weltverband UCI an und auf einer Pferderennstrecke durchgeführt, die zwar „wenig technisch und mit wenigen Steigungen“ daherkam, allerdings durch den extrem holprigen Untergrund mit seinen langen Geraden und „durch die wechselnden Bedingungen zwischen bretthart durch Frost und fünf Zentimeter tiefem Matsch am Ende doch als anspruchsvoll und selektiv zu bezeichnen war“. Startplatz 15 von 79 Teilnehmern war schon einmal eine gute Ausgangsposition für den Mediziner von der RV 1904/27 Gießen-Kleinlinden mit Hausarztpraxis in Butzbach; am Ende sollten 56 „Querfeldeinfahrer“ das Ziel erreichen. Kopps Ziel war klar formuliert: „Ein Platz unter den ersten 50 Prozent“. Schließlich ist der RVFahrer in erster Linie Straßenfahrer und auch in der MastersBundesliga der Rennradfahrer aktiv, die Cyclocross-Saison nutzt der Kleinlindener als verschärftes Training während der Wintermonate.

50-54 verlief für ihn alles andere als optimal. In der ersten Kurve hielt er noch seine Position, allerdings fiel Koop „danach durch zurückhaltende Fahrweise und Sturz im Schlamm“ auf Rang 40 zurück. Da half zunächst auch das Anfeuern von Ehefrau Gudrun Koop nur wenig, dieser Start war verpatzt. Doch die „Edelhelferin“, die ebenfalls ambitioniert auf zwei Rädern unterwegs ist, zeigte sich wenig später erfreut, als sich ihr Ehemann wieder Platz für Platz nach vorn kämpfen konnte und erst in der letzten Runde vom italienischen Weltmeister Massimo Folcarelli überrundet wurde. Koop kämpfte allerdings noch um Positionen und drückte aufs Tempo, während es der Italiener dank großen Vorsprungs austrudeln ließ – und so kam es, dass die beiden gemeinsam über die Ziellinie fuhren: Koop nach exakt sieben Runden und 53:18 Minuten, als 28. und fünftbester Deutscher.

 Im letzten Rennen hat Koop noch Sascha Starker aus Hessen vom Streckenrand aus unterstützt, den mehrmaligen Sieger vom Dünsberg-MountainbikeMarathon, der in Varese nun überlegen den WM-Titel bei den Masters 35-39 nach Deutschland holte. Die Koops, die den Ausflug nach Varese mit dem Wohnmobil angetreten hatten und somit auch flexibel genug waren, um Tochter Mareike, die im Rahmen des Erasmus-Programms ein Auslandssemester in Mailand absolviert, sowie der Scala einen Besuch abzustatten, traten somit vollauf zufrieden die Heimreise nach Mittelhessen an.