Besuch Gefahrenabwehrzentrum Gießen

Die Rollenfahrer des RV Kleinlinden

Eine Gruppe innerhalb der Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden e.V. hat viele Namen: U-25, Ergometer-Straßentraining-Gruppe, Rollenfahrer.

Nein, das Alter der Mitglieder liegt nicht unter 25 Jahren, wie man vermuten könnte, sondern bei Trainingsausfahrten soll möglichst ein Tempo unter 25 km/h eingehalten werden, was allerdings nicht immer gelingt.

Die Mitglieder, von denen sich die meisten bereits im beruflichen Ruhestand befinden, treffen sich in der Winterzeit (Oktober bis März) in Kleinlinden in der Turnhalle in der Pfingstweide zweimal in der Woche jeweils montags und donnerstags zum Rollentraining. Dabei werden die eigenen Rennräder auf sogenannten Rollentrainern montiert, im Halbkreis aufgestellt, und es wird ein einstündiges Trainingsprogramm unter Anleitung eines Trainers absolviert.

Mal wird mit viel Kraft mit niedriger Trittfrequenz gefahren, dann wieder mit weniger Kraft und höherer Trittfrequenz. Dies führt zu geplant unterschiedlichen körperlichen Belastungen, um einen guten Trainingseffekt zu erzielen.

Es bleibt aber nicht nur bei den sportlichen Aktivitäten.

Im „Höhenlager“, einem für die Aufbewahrung der Räder und Rollen und anderen für Radsportveranstaltungen notwendigen Utensilien vorgesehenen Raum in der Halle, wird auch der ein oder andere Geburtstag gefeiert.

Besuch im Gefahrenabwehrzentrum

Am 25. September nun trafen sich 14 dieser „Rollenfahrer“ zu einer Besichtigung des Gefahrenabwehrzentrums Gießen am Stolzenmorgen 19.

Die Idee dazu hatte Mitglied, dessen Nachbarin die Leiterin dieser Institution ist.

Der Neubau des Gefahrenabwehrzentrums wurde im Juni 2023 bezogen. Er beherbergt das Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz der Stadtverwaltung Gießen mit der Feuerwache der Berufsfeuerwehr, der Verwaltung, der Abteilung Gefahrenvorbeugung, der Abteilung Technik und der Abteilung Einsatz- und Organisation auf städtischer Seite.

Auf Seiten des Landkreises sind der Fachdienst Gefahrenabwehr mit der Zentralen Leitstelle, Regieeinheiten des Katastrophenschutzes sowie das von der Berufsfeuerwehr betriebene Feuerwehrtechnische Zentrum im Gefahrenabwehrzentrum untergebracht.

Derzeit leisten 72 aktive Feuerwehrmänner entweder einen 24h- oder einen 10h-Dienst. Frauen sind derzeit nicht aktiv dabei.

Die Führung übernahm Oberbrandmeister Daniel Paul.

Einblicke in die Fahrzeuge und Ausrüstung der Feuerwehr

Zuerst stellte er uns ein Hilfeleistung-Lösch-Fahrzeug (HLF) vor, das bei der Gießener Berufsfeuerwehr mit 6 Männern besetzt ist.

Er zeigte und beschrieb uns die Funktionen der auf dem Fahrzeug befindlichen Geräte und Hilfsmittel.

Hier nur eine kleine Auswahl davon: Feuerlöschkreiselpumpe, Löschwassertank, Schaummitteltank, Tragbare Leitern, Wasserentnahme aus Hydranten, hydraulische Rettungsschere, Spreizer und Rettungszylinder, Motorkettensäge, Elektrokettensäge, Rettungsrucksack.

Jeder der Besatzung muss diese Geräte und deren Platz im Fahrzeug kennen, und muss mit ihnen umgehen können.

Ist gerade kein Einsatz zu fahren, haben die Männer Werkstattdienst oder halten sich sportlich fit. Um Ihre Fitness nachzuweisen, erwerben sie jedes Jahr das deutsche Sport- und auch das Rettungsschwimmerabzeichen.

In derselben Halle zeigte er uns weitere Fahrzeuge wie Einsatzleitwagen, Tanklöschfahrzeug, Drehleiter, Rüstwagen und erläuterte uns deren Funktionen.

Atemschutz unter anspruchsvollen Bedingungen

Besonders interessant für uns war die Führung durch die Räume, die mit dem Atemschutz zu tun haben. In der Werkstatt werden die Traggestelle, Druckminderer und Flaschen gewartet und geprüft.

Es gibt eine Halle mit einer Übungsstrecke, in der die Feuerwehrleute unter Atemschutz als Paar einen durch Drahtgitter vorgegebenen Weg überwinden müssen.

Diese Prüfung dauert etwa 20 min, da nach dieser Zeit die Leute an Ihre körperlichen Grenzen kommen und im Einsatz auch ausgewechselt werden müssen.

In dieser Strecke werden durch Wärme, eingeblasenen Rauch, Lärm und wechselnde Lichteinflüsse nahezu einsatzähnliche Bedingungen simuliert.

Vor und nach dieser Strecke werden die Feuerwehrleute durch Laufen auf einem Band, Besteigen der Endlosleiter und Hammerziehen weiteren körperlichen Belastungen ausgesetzt.

Um als Atemschutzträger qualifiziert zu sein, müssen sie sich alle 3 Jahre einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, jedes Jahr die Übungsstrecke erfolgreich überwinden und eine Unterweisung zum Atemschutz absolvieren.

Schlauchwaschanlage und Freiwillige Feuerwehren

Erstaunt hat uns, dass es sogar eine Schlauchwaschanlage gibt.

Hier werden sowohl die der Berufsfeuerwehr eigenen Schläuche als auch die der freiwilligen und Werks-Feuerwehren der Region gereinigt.

Im Zuge der Führung sprach Herr Paul auch über die Ausrüstungen und Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren. Dabei wurde uns mehr und mehr bewusst, wie überaus wichtig die Funktion dieser Wehren ist.

Wir bedanken uns beim Gefahrenabwehrzentrum nochmals für die interessante Führung.

Wer noch weitere Informationen zum GAZ haben möchte, findet sie auf Gefahrenabwehrzentrum Gießen / Feuerwehr Gießen.

Gemütlicher Ausklang in Rödgen

Nach dem Besuch im GAZ trafen wir uns noch zu einem gemütlichen Mittagessen im Restaurant „Noch´n Gedicht“ in Rödgen, das mit dem Motto „Tafeln und Schwafeln“ wirbt.

Das haben wir dann auch ernst genommen und waren durchaus zufrieden.

Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung.